4. Bibliotheksgespräch

Mit einer Ausstellung in der School of Engineering and Architecture fing alles an: Prof. Dr.-Ing. Helmut Lerch fand im vergangenen Jahr acht Studierende, die beim Ghana-Projekt mitmachen wollten. In acht Sitzungen bereiteten sie ihre Ghana-Reise im Januar vor. Beim vierten Bibliotheksgespräch präsentierten Prof. Lerch und die Seminarteilnehmer das Projekt in Bildern und Berichten.

 

 

Prof. Hanns Michael Hölz als Vorstand des „Netzwerks zukunftsfähige Bildung e.V.“ (NzB) begrüßte die rund 40 Gäste in der Bibliothek, insbesondere Jerry Bedu-Addo (im Bild links), der als Vorsitzender des Vereins Asase e.V. Herrn Prof. Lerch (2. v.l.) 2005 überzeugte, sich für das Ghana-Projekt einzusetzen. „Er ist der eigentliche Brückenbauer“, so Hölz. Das NzB hat die Reise der Studiengruppe finanziell unterstützt.

„Sie wohnen ärmlich und in maroden Häusern“, beschreibt Lerch die Zustände in Ghana. Und dennoch führen die Bewohner ein zufriedenes Leben. Davon kann sich so mancher eine Scheibe abschneiden. Nachdem die Studierenden im Jahr 2005 eine Krankenstation in Sampa geplant hatten und fünf Jahre später einen Handwerkerhof initiierten, nahm sich die Gruppe nun die Themen Jugendhaus und Technologie vor. Die Architekten der School kümmerten sich um den Dorfplatz, um einen staubdichten PC-Raum und um eine Verbindung des Jugendzentrums mit dem Handwerkerhof. Am Ende der Präsentation war das Architekturmodell in Sampa so begehrt, dass es vom Chief eingeschlossen wurde.

Wie kann eine Wasserflasche Strom erzeugen? Das erklärten die Ingenieure den Dorfbewohnern. Dabei gingen sie durchaus auch provokant an das Thema heran: „What do you prefer? Working or living in slums?“, fragten die Studierenden. Die Dorfbewohner zeigten sich begeistert von den Ideen zur alternativen Stromerzeugung. Auch Vermarktungsstrategien für den Handwerkerhof wurden in den Blick genommen. Das Dorf Sampa leidet sehr unter dem Thema Landflucht. Um die Jugend im Dorf zu halten und ihnen Perspektiven aufzuzeigen, kann der Handwerkerhof eine zentrale Stellung einnehmen und den Wirtschaftskreislauf fördern.

Studierende aus den unterschiedlichsten Jahrgangsstufen und Fachbereichen kamen im Ghana-Seminar zusammen und arbeiteten interdisziplinär. Prof. Lerch betonte das grandiose Sozialverhalten und die Produktivität dieser Gruppe. So haben nicht nur die Bewohner von Sampa, sondern auch die Studierenden viel fürs Leben mitgenommen. Profitieren kann auch die SRH Hochschule Heidelberg, die bereits über die Dorfgrenzen hinaus hoch angesehen ist. So soll das Ghana-Projekt weiter gehen. Rektor Prof. Jörg Winterberg sagte dafür seine Unterstützung zu: „Ich freue mich über solche verrückten Studenten, die so was mitmachen. Wir brauchen mehr davon!“

Im Anschluss an die Vorstellung des Ghana-Projektes kamen im Rahmen des Bibliotheksgesprächs auch die Deutschlandstipendiaten zusammen, um das Stipendienmodell zu diskutieren. Es wird ab sofort ebenfalls vom NzB betreut und zusammen mit dem Career Development Center (CDC) der SRH Hochschule koordiniert. Die Diskussion war rege und zeigte, dass das Deutschlandstipendium noch mit Leben gefüllt werden muss. Nicht nur soll nun das Netzwerk mit den Förderern stärker auf- und ausgebaut werden, auch ein Netzwerk der Stipendiaten untereinander soll entstehen, um den interdisziplinären Austausch an der Hochschule zu stärken. Denkbar ist auch, dass Studierende selbst auf die Suche nach möglichen Förderern für ein Deutschlandstipendium zugehen. Fragen dazu gerne an das CDC, Katrin Studzinski: katrin.studzinski (at) hochschule-heidelberg.de.